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Christoph Fahle
September 20, 2011

Startup of the week - #10: startnext

betahaus: Könnt ihr vielleicht kurz beschreiben was startnext ist?

Anna Theil und Hagen Lindner:

Wir sind eine gemeinnützige Crowdfunding-Plattform für Künstler, Kreative und Erfinder, denen wir über die Internet-Community die Finanzierung von Projekten ermöglichen. Dabei gehen die Projektstarter kein Risiko ein. Allerdings geht es beim Crowdfunding nicht alleine nur um die Finanzierung – der Marketing- und Kommunikationsaspekt ist nicht zu unterschätzen, denn auf unserer Plattform werden kreative Projektideen schon frühzeitig der Öffentlichkeit präsentiert. Am 10. September haben wir mit Startnext unser 1-jähriges Jubiläum gefeiert.

Wie genau funktioniert das, wie kann ich bei euch mein Projekt finanzieren lassen?

Als Projektstarter legst du auf Startnext deine eigene Projektseite an und fügst eine Beschreibung deiner Idee, Bilder und ein Video ein. Dann legst du einen Betrag als Finanzierungsziel fest sowie eine Deadline, bis wann du das Geld zur Realisierung des Projekts brauchst. Sobald die Seite fertig ist, kannst du sie veröffentlichen und über Social Media-Instrumente in deinem Netzwerk bekanntmachen.

Die Community auf Startnext entscheidet, welche Projekte ihnen gefallen und welche sie bei der Finanzierung unterstützen wollen. Als Gegenleistung erhalten die Unterstützer einzigartige Dankeschöns – das kann die limitierte Auflage eines fertigen Musikalbums oder eine Statistenrolle im geplanten Film sein. Für die Unterstützer sind die Dankeschöns und die Möglichkeit, kreative Projekte zu ermöglichen, ein besonderer Anreiz sich an Crowdfunding-Projekten zu beteiligen. Idealerweise zeigen die Unterstützer ihren Freunden dann, welches tolle Projekt sie entdeckt und unterstützt haben und tragen es dadurch weiter in die Welt hinaus. Auf diese Weise wird das Projekt schon vor der Realisierung kommuniziert und bekommt durch das wachsende Netzwerk bereits frühzeitig Aufmerksamkeit.

Und warum kommt den Projekten nur alles oder nichts zugute?

Wenn der Projektstarter sein Budgetziel erreicht, bekommt er das Geld und die Unterstützer erhalten ihre Dankeschöns. Sollte er die 100% nicht erreichen, buchen wir das Geld automatisch zurück an die Unterstützer. Mit dem Alles-oder-nichts-Prinizip minimieren wir das Risiko für den Starter und die Unterstützer. Wenn nur ein Teil des angestrebten Budgets gesammelt werden kann, können die Unterstützer nicht davon ausgehen, dass das Projekt auf die gleiche Arte und Weise umgesetzt werden kann und die Dankeschöns geliefert werden können. Um das Vertrauen der Unterstützer zu gewinnen, ist es wichtig transparent zu machen, wofür das Crowdfunding-Geld konkret benötigt wird. Die Unterstützer werden durch das Alles-oder-nichts-Prinzip zusätzlich motiviert, ein Projekt zu unterstützen und ihren Freunden davon zu erzählen, da sie ja wollen, dass das Projekt realisiert wird.

Wie seid ihr darauf gekommen?

Wir wollen mit Startnext die Idee des Crowdfunding, die in den USA u.a. mit kickstarter bekannt geworden ist, an die hier bestehende Kulturlandschaft anpassen. Kleine Kulturprojekte haben es hier oftmals schwer, öffentliche Förderung zu erhalten und entsprechende Aufmerksamkeit zu bekommen. Startnext haben wir mit der Motivation gestartet, für kreative Projekte eine alternative Möglichkeit über das Internet zu ermöglichen. Die digitale Vernetzung eröffnet für Kultur- und Kreativschaffende viele neue Möglichkeiten, die wir für die Kommunikation und Finanzierung von Projekten nutzen sollten. Wir sind zudem im Gespräch mit Kulturpolitikern und öffentlichen Institutionen, um zu überlegen, ob es nicht Kooperationsmodelle zwischen privater und öffentliche Förderung geben kann.

Die Gründer von Startnext, Tino Kressner und Denis Bartelt beschäftigen sich seit zwei Jahren mit dem Thema Crowdfunding und haben genau vor einem Jahr im September 2010 Startnext in Dresden gegründet. Inzwischen sind wir in unserem Team in Dresden und Berlin zu sechst.

Und wie seid ihr von Dresden ins betahaus gekommen?

Schon Ende vergangenen Jahres war klar, dass wir unbedingt ein Berliner Büro brauchen. Hier gibt es viele Projekte zu betreuen und wir können leichter im Gespräch mit Kulturförderern sein, da in Berlin viele Institutionen und Ansprechpartner sind. Dass wir dann ins betahaus gehen würden, stand irgendwie nie außer Frage, da es ein spannender Ort ist, um sein Netzwerk aufzubauen. Als offener, kreativschaffender Mensch, kennt man das betahaus natürlich, auch in Dresden.

Und was stört euch hier? Was sollte verbessert werden?

Telefonkabinen - irgendwas wo der Schall ein bisschen gedämpft wird, wäre echt gut. Wir hatten mal die Idee den Betablock von Le Van Bo dafür zu nutzen, um besser abgeschirmt zu sein. Ansonsten fühlen wir uns hier sehr wohl. Die meisten Projektinitiatoren aus Berlin kennen das betahaus und kommen immer gerne zu Terminen hierher.

Mehr Informationen zu spannenden Projekten und wie ihr euch bei startnext finanzieren könnt, bekommt ihr hier

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