Startup of the Week #17 Puzzlemap

Um seinen Schülern die Geografie Englands ins Gedächtnis zu meißeln, malte ein englischer Geografielehrer sämtliche Grafschaften vor rund 200 Jahren auf Holz auf, zersägte sie und ließ sie von seinen Schülern wieder zusammensetzen. Damit erfand er das Puzzle. Andreas Stammnitz kannte diese Geschichte nicht, hatte aber – viel später – dieselbe Idee. Seit eineinhalb Jahren denkt er sich mit seinem Unternehmen PuzzleMap Puzzlemotive aus, mit denen man etwas lernen kann. Bisher auf dem Markt sind vier Städtepuzzle, eine Karte mit dem Autobahnnetz Deutschlands und ab kommender Woche ein Puzzle über deutschen Weine.

Andreas, wie kam es zu der Idee von PuzzleMap?

Das war zunächst vor allem persönlich motiviert. Ich wollte schlicht und einfach ein Puzzle mit dem Stadtplan Berlins haben, denn so etwas kannte ich aus London, wo ich eine Zeit lang gelebt habe. Die Idee, eine Karte zu puzzeln hatte mich damals begeistert. So schult man das innere Navigationssystem und lernt außerdem ganz konkret eine Stadt besser kennen. In unsere Motive bauen wir aber zusätzlich noch weitere Informationen ein, so dass der Puzzler sogar noch mehr lernt – und zwar mit einem Spiel, das jeder intuitiv versteht. Jeder Mensch weiß, wie man puzzelt.

Trotzdem hat esnach London aber noch einige Jahre gedauert, bis du PuzzleMap gegründet hast.

Ja, ich musste noch ein bisschen Mut finden, meine Festanstellung bei Bertelsmann aufzugeben. Das Unternehmertum hatte mich zwar schon seit meiner Jugend fasziniert, dennoch war ich erst einen anderen Weg gegangen. Obwohl es eine gute Zeit war, habe ich dann aber nach zehn Jahren bei Bertelsmann gemerkt, dass ich es irgendwann bereuen würde, wenn ich nicht einmal in meinem Leben der Selbstständigkeit eine Chance gegeben habe. Im Sommer 2010 habe ich PuzzleMap gegründet, wenige Monate später das erste Städtepuzzle auf den Markt gebracht.

Und seither fünf weitere – das klingt nach viel Arbeit.

Bisher haben wir Städtpuzzles von Berlin, Hamburg, München und Frankfurt, außerdem ein Puzzle mit dem Autobahnnetz Deutschlands. Unser sechstes bringen wir noch diese Woche und damit pünktlich zum Weihnachtsgeschäft raus. Da geht es um deutsche Weine. Die Karte zeigt sämtliche Weinregionen Deutschlands, gibt außerdem Informationen zu den verschiedenen Rebsorten, zu Weinlagen und zu touristischen Zielen rund um das Thema. Dennoch hätte ich aber sehr gern schon viel mehr Motive auf dem Markt. An Nordrhein-Westfalen müssen wir dringend ran, da wohnen einfach so extrem viele Menschen …

Aber ihr seid auch nur ein kleines Team.

Außer mir – ich kümmere mich um den Vertrieb, die Produktstrategie und die inhaltliche Ausrichtung – arbeitet noch Daniela Rattunde im betahaus. Sie sorgt vor allem dafür, dass der operative Betrieb läuft und recherchiert viele Dinge. Außerdem haben wir noch einen Designer, der in Frankfurt ist und arbeiten zudem mit zwei wichtigen Dienstleistern zusammen. Einer liefert uns die Kartografie, der zweite produziert die Puzzles. Beide sind in Deutschland – alle unsere Puzzles sind also vollkommen Made in Germany.

Was kommt nach dem Weinpuzzle?

Wir haben viele Ziele für das kommende Jahr. Natürlich werden wir weitere Motive auf den Markt bringen, und zwar nicht mehr nur für Deutschland. Das Weinpuzzle etwa lässt sich wunderbar auch für andere Länder machen. Außerdem wollen wir uns auch dem Thema elektronische Medien annehmen – zum Beispiel mit einer PuzzleMap-App. Zwar ist es schwierig, auf dem kleinen Display eines iPhones oder iPads zu puzzeln, trotzdem aber werden wir ein gutes Produkt dafür entwickeln, da bin ich sicher. Auch über User Generated Content denken wir nach, denn ein Stadtpuzzle kann ja auch durch den Input vieler verschiedener Menschen entstehen. Und unseren Vertrieb wollen wir weiter professionalisieren – am besten mit starken Partner. Last but not least: Ab kommender Woche haben wir auf unserer Website endlich auch einen richtigen Shop – und können beginnen, ernsthaft Online-Marketing zu betreiben.

Das Interview führte Sandra Middendorf.

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